[Intro]

Am Montag stand das Gerüst.
Am Dienstag war das Fenster verhängt.
Am Mittwoch fragte Leni,
ob der Himmel umgezogen sei.

[Verse]

Der Hinterhof war nie besonders,
zwei Tonnen, Pflaster, Fahrradrost.
Jetzt steht dort eine weiße Wandung,
ein Netz davor, dahinter Stein.
Leni malt ein blaues Fenster,
fragt: „Wem gehört denn eigentlich Blau?“

[Chorus]

Hinterhof ohne Himmel,
Mauer vor Mauer, Gerüst vor dem Blau.
Die Kinder malen Fenster in Kreide,
doch morgens wäscht sie der Bautrupp grau.
Hinterhof ohne Himmel —
wie klein muss ein Zuhause werden?

[Verse]

Die Balkontür bleibt nun versiegelt,
Geranien stehen jetzt im Bad.
Frische Farbe riecht im Zimmer
wie ein Abschied ohne Datum.
Unten hängt ein neuer Prospekt:
„Urbanes Wohnen, lichtdurchflutet.“

[Chorus]

Hinterhof ohne Himmel,
Mauer vor Mauer, Gerüst vor dem Blau.
Die Kinder malen Fenster in Kreide,
doch morgens wäscht sie der Bautrupp grau.
Hinterhof ohne Himmel —
wie klein muss ein Zuhause werden?

[Instrumental Break]

[Bridge]

Ich kann ihr keinen Garten geben.
Ich kann ihr nicht erklären, warum.
Ich kann nur mit ihr Kreide halten
und wieder ein Fenster malen.

[Final Chorus]

Hinterhof ohne Himmel,
Mauer vor Mauer, Gerüst vor dem Blau.
Die Kinder malen Fenster in Kreide,
doch morgens wäscht sie der Bautrupp grau.
Hinterhof ohne Himmel —
wie klein muss ein Zuhause werden?

Heute malen zwölf Hände mit.
Zwölf blaue Fenster bleiben bis zum Licht.

[Outro]

Im Bad stehen rote Geranien.
Auf den Blättern liegt feiner Staub.
Der Bautrockner zieht warme Luft.
Die frische Wandfarbe trocknet.

Im Hof bleibt ein Stück Kreide liegen.
Blau.
